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Geld anlegen in Zeiten von Inflation und Niedrigzins

Viele Deutsche meiden Aktien und legen ihr Geld lieber aufs Girokonto. So verlor der durchschnittliche Deutsche im ersten Quartal rechnerisch 86 Euro. Fondsmanager Norbert Faller zeigte in seinem Vortrag Alternativen auf und gewährte einen Blick hinter die Kulissen.

 

Am  11. Juni 2018 haben wir zu einem Informationsabend in die Delmenhorster Markthalle eingeladen. Als Referent konnte Norbert Faller, Fondsmanager des größten internationalen Aktienfonds bei der Union Investment, gewonnen werden (Bild Mitte). Gewürzt mit einigen Anekdoten aus seiner täglichen Arbeit erläuterte Faller anschaulich, wie sich die Aktienmärkte entwickeln werden und was für einen klugen Vermögensaufbau zu beachten ist. Ein weiteres Thema waren nachhaltige Geldanlagen, die immer stärker nachgefragt werden.

 

„Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und die zuletzt wieder etwas höhere Inflation kosten deutsche Sparer Unsummen“, erläuterte unser Vorstand Wolfgang Etrich. „Mit diesem Informationsabend wollen wir Zu­sammenhänge bewusst machen und damit Handlungs­spielräume aufzeigen. Als Genossenschaftsbank, die erst kürzlich für ihre Beratungsqualität ausgezeichnet wurde, sehen wir das als unsere ureigenste Aufgabe an.“

 

 

Hintergrund: Realzins frisst Vermögen

Von Januar bis Ende März 2018 haben deutsche Sparer durch schlecht verzinste Einnahmen insgesamt 7,1 Milliarden Euro verloren. Auf das Jahr hochgerechnet würde der Wertverlust bei 28,4 Milliarden Euro liegen. Der Grund für die Entwicklung: Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt seit über zwei Jahren bei null. Zudem verlangt die Notenbank von Banken Strafzinsen, wenn diese über Nacht Gelder bei ihr parken. In der Folge können Banken ihren Kunden kaum noch Guthabenzinsen bezahlen. Die durchschnittlichen Zinsen für Tagesgelder, Festgelder und Spareinlagen betrugen im ersten Quartal 0,2 Prozent.

 

Die Inflationsrate lag im dem Zeitraum jedoch bei 1,5 Prozent. Das führt zu einem Realzins von minus 1,3 Prozent. Wegen dieses negativen Realzinses hat jeder Deutsche im ersten Quartal im Schnitt 86 Euro verloren. Seit 2010 summieren sich die Verluste pro Bundesbürger auf 999 Euro.

 

„Die Deutschen gehören zu den eifrigsten Sparern weltweit, und trotzdem verlieren sie Jahr für Jahr viele Milliarden Euro – das ist paradox“, so Wolfgang Etrich. Zwar ist 2017 die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds im Jahresdurchschnitt um zwölf Prozent auf rund zehn Millionen Bürger gestiegen. Verglichen mit anderen Industriestaaten ist das jedoch immer noch eine niedrige Quote (z.B. USA: 25 Prozent). Im Vergleich zu minus 1,3 Prozent Realzins der Girokonten, Sparbücher oder Tagesgeld, erwirtschaften Aktien hingegen langfristig trotz Schwankungen eine gemittelte Jahresrendite von 9 Prozent.

 

 

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